Über die Schwierigkeit ein Modell des "Kapitalismus" zu finden

oder

Existiert ein konsistentes Modell einer kapitalistischen Ökonomie

Erstauftritt: September 2008

Email an:
info@kapitalismus-modell.de


Bemerkung:
Im folgenden soll der Begriff "Kapitalismus" als Abkürzung für eine wie auch immer geartete Marktwirtschaft ("ökologische", "soziale", "grüne", "rote", "linke", "freie", usw.) stehen.

Problem:
"Die Unternehmer sagen: Löhne runter, weil sie Kosten sind.
Die Gewerkschaftsfunktionäre sagen: Löhne rauf, damit mehr gekauft werden kann. Dies kurbelt die Wirtschaft an."
Die Politiker sagen: Wählt uns, damit wir an den Knöpfen des großen Mischpults des "kapitalistischen" Wirtschaftssystems richtig drehen, um so die Wirtschaft den Menschen dienen zu lassen. Wem soll man "glauben"?
Und vor allem:
Warum soll man wem "glauben", wenn selbst die Verfechter einer kapitalistischen Ökonomie nicht einmal in der Lage sind
ein idealisiertes Modell dieses angeblich "zeitlich stabilen" Systems so präzise zu beschreiben,
daß es simuliert und auf einem Rechner implementiert werden kann.

Meine Interpretation (nach vielen Befragungen von "Experten"):
Mir kommt es so vor, als ob sich "alle" (auch _widersprechende_) ökonomischen Ratschläge (wie z.B. "Löhne rauf", bzw. "Löhne runter") aus der Volkswirtschaftslehre "ableiten" lassen (Rechtfertigungslehre).

Lösungsversuche und Ansichten:
Anfragen an "Experten" aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft
Selbst gebastelte Modelle (Word-Datei)
Blog-Website von Hajosli
Blog-Website von Renee Menendez
Der Kapitalismus - ein Kettenbriefsystem. Argumente vom Wirtschaftswissenschaftler und kapitalistischem Befürworter Paul C. Martin
Website von Mathematik Prof. i.R. Ortlieb, ehemals Leiter des "Zentrum für Modellierung und Simulation" in Hamburg.
Website von Politikwissenschaftler und Mathematiker Michael Heinrich
Website von Kybernetik Prof. (emeritiert) Peter .Fleissner

Dazu ein interessanter Artikel in "Spektrum der Wissenschaft", November 2015, S. 18

Das Märchen von der Selbstregulation des Marktes
Auf dem Energiesektor führt das freie Spiel der Kräfte zum Kollaps
Die Wirtschaft ist - wie das Wetter - ein komplexes Phänomen, das sich nicht durch einfache Modelle beschreiben lässt.
Doch während niemand auf die Idee käme, ein Klimamodell aufzustellen, in dem der lokale Ausgleich der Temperaturunterschiede
global zu dauerhaft mildem Wetter führt, behauptet das Standardmodell der Marktwirtschaft genau dies:
Angebot und Nachfrage pendeln sich in freiem Wechselspiel zu Preisen ein, welche die optimale Verteilung aller Güter garantieren.
...
An der Universität Bremen hat nun eine Gruppe theorischer Physiker um Stefan Bornholdt die "Ökonophysik anpassungsfähiger Energiemärkte"
untersucht und in Simulationen demonstriert, dass solche Märkte zu katastrophalem Kollaps neigen (Physical Review E92, 012815, 2015).
...

Wie soll eine kapitalistische Ökonomie mit genau 2 Unternehmern krisenfei funktioieren

simulation1.ppt Im Modell führt selbst ein idealsiertes "Unternehmerparadies" mit Löhnen von 0 Euro und "Profitraten" von 2 zu
über alle Grenzen wachsenden Parameterwerten (Kollaps)

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